Verfasst von: Man!ac | 21-03-21

Ein echter Kracher…

…eröffnet an dieser Stelle ein neues Kapitel in Sachen Blog: Aus Altschul Altona wird szenenwechsel, welches ab sofort unter wordpress zu finden sein wird. Dafür gibt es viele Gründe, die hier nicht alle erläutert werden können. Vor allem hat meine eigene Aktivität um den VfB Oldenburg inzwischen klare Priorität gegenüber der Berichterstattung. Die Knipserei und Korrespondenz wird sich in Zukunft deshalb auf interessantes Geschehen anderer Sphären beschränken. Für Wissenswertes aus der Oldenburger Fanszene ist allerdings der Libero heranzuziehen, zu finden auf Oldenburg-Adelante.de. Weiterhin informiert wird hier aber über das angestrebte DVD-Projekt zur Aufstiegssaison, das sich weiterhin in Arbeit befindet. Zuvor aber viel Spaß mit dem ersten Lebenszeichen von szenenwechsel, der Bericht vom Wiener Derby – definitiv ein lohnenswerter Auftakt!

Pyroshow von Austria zur zweiten Hälfte

 

Wien also, wenige Monate vor der Europameisterschaft allemal ein interessantes Ziel. Noch dazu das 285. Derby zwischen dem SK Rapid und dem FK Austria. Schon der Gedanke an die Partie dürfte bei den meisten Fußballliebhabern ein gewisses Kribbeln wecken. So ging es voller Vorfreude und Spannung am Dienstagnachmittag zu zweit zum BremerBratislava Flughafen. Um Geld zu sparen wurde der kleine Umweg über Bratislava in kauf genommen, selbst wenn es nur noch sechs Stunden bis zum Anpfiff sein sollten. Der eineinhalbstündige Flug lief glücklicherweise reibungslos, allein der Bustransfer nach Wien stand nun noch bevor. Von weitem war die slowakische Hauptstadt mit ihrer imposanten Burg bereits zu sehen, leider blieb keine Zeit für eine Besichtigung. Ein andernmal. Netterweise entschied sich der Busfahrer sogar dafür, etwas eher als geplant loszufahren. Statt die mautpflichtige Autobahn zu benutzen, steuerte er jedoch lieber im Schneckentempo durch die beschaulichen Dörfchen der slowakisch-österreichischen Grenzregion. Ein kleines Wunder, dass wir trotzdem fast eine halbe Stunde eher als geplant die Donaumetropole erreichten. Damit blieb sogar noch Zeit, vor dem Spiel den Krempel im Hotelzimmer zu verstauen und sich mit den kulinarischen Möglichkeiten auseinanderzusetzen. In punkto Döner-Hopping konnte am S-Bahnhof an dieser Stelle ein weiterer Länderpunkt gesammelt werden, noch dazu ein ziemlich schmackhafter – Das Hanappi-Stadion von außendurchaus empfehlenswert. Ohne Stress machte man sich anschließend mit der U-Bahn auf Richtung Hütteldorf, wo der SK Rapid seine Heimat hat. Auf dem Weg nur wenige Fans zu sehen, dafür aber schon einiges an Polizei, die sich an den Bahnstationen formierte. Knapp Stunden vor dem Anpfiff ragen endlich die Flutlichter des Hanappi-Stadion aus der städtischen Dunkelheit – es kribbelt heftiger.

Rund um die Arena relativ wenig los, gemessen an den Erwartungen. Während der Großteil der Grün-Weißen noch bei den umliegenden Saufmöglichkeiten herumlungerte, war von Austria noch nichts zu sehen. Auch ein kleiner Marsch zum Gästeblock, der bereits mit mehreren Bullenketten und Zäunen abgesichert war, brachte keine Erleuchtung. Oder waren die Gäste schon im Stadion? Nicht auszuschließen, obwohl es drinnen sehr ruhig war. Bekannte Gesichter warteten daraufhin am Fanshop auf uns, wo bereits der ein oder andere Hopper in der Kälte stand. Nach einem kleinen Plausch mit den Schwaben bzw. Berlinern entschieden wir uns dann doch für den Innenraum, während draußen noch immer keinVor der Ankunft des Gästemobs Gästemob zu erahnen war. Immerhin blieb drinnen noch die Möglichkeit zu einem Smalltalk mit einigen Ultras Rapid, die netterweise auch durch den Zaun zu unserem Sektor Aufkleber brachten und Schals anboten. Eine Stunde nun noch zum Spielbeginn, dennoch auch drinnen nichts zu sehen in der Ostkurve, die heute komplett für die Gäste reserviert war – abgesehen von einigen Ordnern und wenigen sitzenden Gestalten. Nervosität macht sich breit, ist etwa ein Boykott möglich? Das wäre überaus schade… Immerhin füllt sich bereits der „Block West“, wie die Kurve der Rapdler genannt wird, recht zügig. Zur Beruhigung inspiziert man erst mal das reichhaltige und relativ günstige Getränkeangebot und freut sich auf ein kühles Bier. Pustekuchen, „EM-Vorbereitung“ heißt es nur, kein Alkohol. Dafür konnte glücklicherweise der Almdudler geschmacklich überzeugen, den es bei einem kleinen Rundgang ersatzweise gab. Plötzlich Lärm von außen, hinter der Polizeikette leuchten erste Bengalen auf. Der Austria-Mob ist da! Passenderweise von unserem Standpunkt auf der Terrasse perfekt zu beobachten, bahnt sich dieser seinen Weg zum Gästeblock. Kurz darauf Vor dem Stadionfliegen die ersten Böller und Bengalen über die kleine Pufferzone zwischen den Cops hin und her. Völlig unbehelligt bewegen sich vor uns vermummte Rapidler, während die Ordnungsmacht sich auf beiden Seiten der Absperrungen völlig ruhig verhält, auch dann noch als ein Durchbruch von seiten der Gäste droht. In Deutschland undenkbar! So ging es nach dem kurzen „Gefecht“ schließlich auf beiden Seiten wieder Richtung Stadion. Wir nahmen derweil unsere Plätze im Oberrang der Südtribüne ein: Erste Reihe, Mittellinie, perfekte Sicht auf beide Kurven – traumhaft! Wenig später der erwartete Blocksturm der Austria, deren Ultras sich mit heldenhaften Posen zum Zaun stürzen. Erwidert wird das Schauspiel von der anderen Seite passenderweise mit „Ihr seid so lächerlich“-Gesängen. Danach blieb bis zum Spielbeginn für Derbyverhältnisse eher ruhig.

Anfangschoreo von Rapid

 

Dann ging es endlich los im ausverkauften Stadion. Die Westkurve hatte das Spiel unter das Motto „Rapid ist wie Musik für mein Leben“ gestellt, was auf einer riesigen Zaunfahne zu lesen war. Dazu wurde eine runde Blockfahne mit demBorn to lose Vereinswappen plus Notenschlüssel aufgezogen, darum waren auf Spruchbändern zahlreiche Liebesbekundungen an den Verein zu lesen – vermutlich aus unterschiedlichen Songtexten. Insgesamt weniger als für dieses Stadtduell zu erwarten war, da die Ultras Rapid in diesem Jahr auch noch ihr 20-jähriges Bestehen feiern. Trotzdem schön anzusehen und absolut perfekt umgesetzt. Von den Gästen gab es lediglich Doppelhalter zu sehen, möglicherweise war auch nicht mehr erlaubt. Die Lords Rapid – normalerweise in der Ostkurve –mussten für die Partie übrigens in die Ecke der Nordtribüne umziehen, was sich Lords Rapid am Ausweichstandortdurchaus positiv auswirkte, da sie von ihrem Standort aus die Gesänge auf die Tribüne ausweiten konnten. Während von oben zwischenzeitlich Schneefall einsetzte, wurde es auf den Rängen hitziger. Von beiden Seiten gab es zu Beginn vor allem Schmähgesänge gegen den Gegner zu hören, zudem hatten die beiden Torhüter es anfangs nicht gerade angenehm vor der Kurve des Gegners… Die ersten Minuten durfte der geneigte Fußballfetischist einfach nur genießen, denn beide Kurven zeigten wozu sie fähig sind. Rapid zeigte ziemlich früh ein Spruchband „Born to lose“ in den Vereinsfarben des Erzfeindes, welches untermalt durch einen großen „Gruppo Anti Viola“-Schwenker einige Minuten gezeigt wurde. Die Gegenseite konterte perSpruchband von Rapid Spruchband: „Wollt ihr so Mei7ter werden?“ – vermutlich eine Anspielung auf Rapids Protest gegen die Wertung des Altach-Spiels. Anschließend wieder Rapid: „Euer wahres Gesicht: Ihr bringt unsere Leute vors Gericht“ – auch hier kenne ich die Vorgeschichte kenne leider. Ansonsten in beiden Kurven alles was das Herz begehrt: Hüpf- und Klatscheinlagen über den gesamten Block, dazu der eine oder andere grüne Bengalo in der Rapid-Kurve, ganz gemütlich in der Hand geschwenkt. Die Gegenseite begnügte sich mit einigen Kanonenschlägen. Erst Spruchband von Austrianach einiger Zeit flaute die Lautstärke doch ein wenig ab, wobei Rapid es bei – für deutsche Verhältnisse enorm lauten – Dauergesängen beließ, während von Austria nur noch wenig zu hören war. Derweil konnten die Grün-Weißen auf dem Platz ihre Überlegenheit nicht in Tore ummünzen. Austria dagegen stellte sich ziemlich dumm an und nutzte ihrerseits nicht den Raum zum Kontern aus. Somit 0:0 zur Pause.

Pyro-Einsatz nach dem Führungstreffer

 

Die Halbzeitpause wurde sogleich genutzt, um sich mit einem Koblenzer Hopper bekannt zu machen, der seinen Platz direkt neben uns hatte (Schönen Gruß!). Derweil wurden in der Westkurve eifrig Halter und Fahnen verteilt. Die Austrianer zeigten zeitgleich schon einmal ihr Programm für die zweite Hälfte in Form einer Zaunfahne: „Sprengstoffkommando P-51“. Eine Finte für die Bullen? Oder kündigt man hierzulande ganz dreist seine Pyro-Vorhaben an? Letzteres sollte der Fall sein, was die Ordnungsmacht aber keineswegs interessierte. So gingen zur zweiten Halbzeit zahlreiche Bengalen sowie weißer und violetter Rauch im Block hoch, dazu Doppelhalter und Fahnen – sehr nettAustria Kategorie C anzusehen. Und, natürlich, auch eine ganze Portion Böller wurde gezündet. Vermutlich auch als Spitze gegen Rapid gemeint, wo der Verein zuletzt eine Aktion gegen die momentane Böller-Mode gestartet hatte. Schick anzusehen war auch die Doppelhalter-Fahnen-Schal-Parade auf der anderen Seite – imposant, aber wieder nicht so umwerfend, wie es für ein Derby zu erwarten war. Akustisch jedenfalls behielt nun Rapid ganz klar die Oberhand, vor allem weil Austria eherWeiteres Spruchband von Austria unmotiviert rüberkam. Spruchbänder gab’s auch noch mal, zunächst die Violetten: „Wer am Rasen nicht gewinnen kann, fängt zum Protestieren an“ (zum Altach-Protest), von Grün-Weiß: „Seit 20 Jahren versuchts uns zu kopieren, aber gegen uns werdets immer verlieren!“ – erklärt sich wohl von selbst. Dann war’s irgendwann soweit: Das 1:0 für Rapid (Maierhofer, 66. Minute)! Das Stadion kocht – rund zehn rote Bengalen, allesamt am Zaun stehend aus der Hand gezündet erleuchten die Heimkurve. Trotz Kameraüberwachung keinerlei Vermummung geschweige denn Polizei zu sehen! Anschließend nur noch Gänsehaut: Gesänge beinahe vom ganzen Stadion getragen, dazu eine Westkurve in Höchstform. Bis zum Schluss wurde jetzt durchgesungen, immer wieder mit Unterstützung von grünenBengalo in der Rapidkurve Bengalen und riesigen Schwenkfahnen im Block. Der 2:0-Treffer beseitigte zehn Minuten vor dem Schluss endgültig alle Zweifel. Es durfte gefeiert werden. Auf der anderen Seite zogen nun langsam Ordner vor den Block, die sich fortan mit Böllern bewerfen lassen durften – kein angenehmer Job. Von Polizei aber weiterhin nichts zu sehen – auch dann nicht, als unten das Fangnetz zerlegt wurde und einige Schwarzgekleidete in den Innenraum kletterten – undenkbar zuhause: Vermutlich wäre in Deutschland längst die ganze Kurve brutal geräumt worden. Es blieb aber bis zum Schluss beim Gepose, während der Rest des Stadions schließlich mit der Mannschaft den Derbysieg feierte. Der Gästemob verdrückte sich schnellstmöglich. so blieb es nach dem Spiel am Stadion ruhig.

Gästeblock am Pöbeln

Zwar wurde gemunkelt, dass in der Innenstadt noch einiges an Action zu erwarten sei. Wir entschieden uns aber für ein gemütliches Feierabend-Bier und traten den Weg zurück zum Hotel an, welches günstig in der Nähe zum Prater lag. Wer nun aber glauben mag, dass es dort nach Mitternacht noch irgendwo ein offenes Lokal geben würde, irrt sich. Unglaublich: Bis auf zwei Rotlicht-Etablissements waren wir nicht mehr erwünscht. So blieb es bei einem letzten Dosenbier und erschöpft ging’s ins Bett. War vermutlich auch besser so, denn der nächste Morgen begann früh. Gegenüber wurdeDas Wiener Hundertwasserhaus lautstark ein Gerüst an die Hauswand gekloppt, so dass es nicht schwerfiel, das Hotel um 8 Uhr wieder zu verlassen. Immerhin, strahlender Sonnenschein lud noch zu einer kleinen Stadtbesichtigung ein. Da es für einen richtigen Kaffeehaus-Besuch zeitlich nicht mehr reichen sollte, musste eben eine Bahnhofsbäckerei zum Frühstücken herhalten. Was zunächst schäbig klingt, war aber purer Luxus: Ich kann mich nicht erinnern, einmal so freundlich und zuvorkommend bedient worden zu sein. Dazu eine traumhafte „Melange“ und süßes Gebäck ohne EndeHottehüh! – sehr empfehlenswert für Kaffeefreunde. Im Schnelldurchgang wurde anschließend die österreichische Landeshauptstadt inspiziert. Der viele Kitsch konnte mich zwar nicht umhauen, trotzdem eine sehr schöne und interessante Stadt. Nicht fehlen durfte vor der Abreise natürlich noch der Besuch in einem der „Bierstüberl“, wo es gut und günstig ein Schnitzel zum Mittag gab – vielen Dank an dieser Stelle für den Tipp an die nette Dame aus dem Fälschermuseum. Von Wien-Schwechat ging schließlich am Nachmittag der Flieger nach Hamburg zurück, noch schneller und unkomplizierter als die Hinreise.

Im historischen Zentrum von WienFazit: Ein äußerst lohnenswerter Kurztrip, der preislich locker unter 150 Euro zu machen war. Zweifellos eine Empfehlung für jeden, der vom überreglementierten deutschen Fußball mal genug hat. Rapid gehört definitiv zu dem besten, was fantechnisch in Europa zu sehen ist, auch fernab eines Stadtduells. Und auch sonst dürfte Wien mit etwas mehr Zeit sicher mal ein Reise wert sein.

 

 

Das Video zum Spiel:

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Verfasst von: Man!ac | 16-01-16

Jedes neue Jahr…


…startet sportlich mit den Hallenturnieren. Für den VfB Oldenburg stand dabei neben vielen kleinen Turnieren auch das große in der heimischen Weser-Ems-Halle auf dem Programm. Leider ist der sogenannte „Budenzauber“ in den letzten Jahren größtenteils zu einer langweiligen, stimmungsarmen Werder-Bremen-Werbeveranstaltung mit Blasmusikunterlegung mutiert. Immerhin aber gibt es nicht alle Tage die Möglichkeit, sich im Fernsehen (das DSF überträgt) zu präsentieren – zumal man den grün-orangen Schnarchnasen nicht die „eigene“ Halle überlassen kann. So gab es auch dank der Unterstützung des Vereins einen ordentlich-gefüllten VfB-Block im Stadion. Neben der großen Masse der Werder anhängenden Gelegenheitsfans waren kaum nennenswerte Fangruppen in der Halle vertreten. Allein ein Haufen von etwa 20 polnischen Lech-Posen-Anhängern sorgte ebenfalls für Stimmung. Hinzu kamen etwa zehn Osnabrücker, fünf Bielefelder und einzelne Wolfsburger…

Der Turnierverlauf lässt sich leicht zusammenfassen: Oldenburg verlor beide Vorrundenspiele und schied mit den Polen gemeinsam früh aus. Schade für die Stimmung in der Halle, die sich danach auf das Mitklatschen der Blaskapellenmusik beschränken musste (- um nicht die total unmöglichen Werder-Fangesang-Einspielungen zu erwähnen). Die VfB- und Posen-Anhängerschaft verließen danach nämlich fast geschlossen den Ort des Geschehens…

Zum ersten Spiel gab es auf Oldenburger Seite eine Choreo zu sehen, die sich mit der grün-orangen Werbemaschinerie aus Bremen beschäftigte. Durch die vielen Unbeteiligten im Block wurde die Durchführung etwas schwierig, funktionierte aber im Großen und Ganzen. Die wenigen Ordner waren leicht überfordert, die Oldenburger Fans vom Stehen abzuhalten, was letztlich sogar den Hallensprecher zu belustigenden Durchsagen nötigte. Der Support danach war bei den VfB-Spielen durchweg lautstark und abwechslungsreich – zum Ende des zweiten Spiels in einer extra-langen Geist-von-Donnerschwee-Version mündend. Darauf lässt sich für die Rückrunde aufbauen.

Das Video zum Turnier:

Verfasst von: Man!ac | 22-12-22

Es weihnachtet sehr…


…und pünktlich zu den Festtagen gibt’s ein besonderes Geschenk an dieser Stelle. Das Jahresrückblicksvideo zum VfB Oldenburg ist da! Downloads:

Youtube-Stream:

http://www.youtube.com/watch?v=eXr3MA-NeH4

Das ganze wird auch in High Quality nochmal auf Video-CD erscheinen, gemeinsam mit weiteren Clips – im Laufe der Saison!

An dieser Stelle allen Blog-LeserInnen frohe Festtage und einen guten Rutsch in’s nächste Jahr!
Verfasst von: Man!ac | 04-12-4

Advent, Advent,…


…ein Lichtlein brennt! Sprichwörtlich nam man’s beim VfB Oldenburg. Der Saisonabschluss in der Niedersachsenliga stand am Wochenende an, die Herbstmeisterschaft sollte gesichert werden – noch dazu das Stadtderby bei der A-Jugend. Die ideale Gelegenheit für eine gute Portion Schall und Rauch vor der Winterpause…

Den Anfang machte die „Erste“ am Sonnabend beim Auftritt in Lingen. 200 bis 300 Oldenburger folgten ihrer Elf ins Emsland, wo es gegen den mittelmäßigen TuS Lingen galt, die Tabellenspitze zurückzuerobern. Gut gelaunt, aber erkältungsbedingt angeschlagen ging es mit dem OFI-Bus früh los, um schonmal ein paar schöne Plätze unter dem Tribünendach des Emslandstadions zu sichern. Beim Eintreffen war erwartungsgemäß allerdings noch nichts los, so dass noch gemütlich das eine oder andere Bierchen (bzw. Glühwein) im netten Vereinsheim – der Ausblick aufs Spielfeld ist durchaus empfehlenswert – zu genießen. Zum Spielbeginn war der Block dann ganz gut gefüllt, so dass einem schönen Intro nichts mehr im Wege stand. Neben einem schicken Spruchband („Lingen bezwingen“) gab es noch eine gute Portion blauen Rauch und einige Doppelhalter zu bestaunen. Der Gastgeber hat leider mal wieder keine nennenswerte Fanszene vorzuweisen, so dass es hier nichts zu vermelden gäbe. Ingesamt verliefen sich etwa 400 Zuschauer auf die Tribüne. Der guten Akustik zu verdanken war danach, dass die Stimmung unter den Mitgereisten angesichts des armseligen VfB-Auftritts auch in Hälfte eins nicht ganz abebbte. So ging es – abgesehen von einem Abseitstreffer – erstmal torlos in die Halbzeit – immerhin, so unkten einige, letzte Saison stand es zu diesem Zeitpunkt bereits 3:0 für die Lingener (Endstand 3:4).

Zur zweiten Halbzeit wurde erst einmal Solidarität mit Ultra‘ Sankt Pauli und dem Fanladen bekundet, die zuletzt immer wieder in skanalöser Weise von der Polizei „genervt“ wurden. Das Spiel allerdings knüpfte erst einmal an die Trostlosigkeit der ersten Halbzeit an. So lag es wieder einmal an Kapitän Thölking (71.), endlich für einen Ruck durch die Mannschaft zu sorgen. Sein Gewaltschuss aus über 20 Metern beförderte den Ball endlich zum Führungstreffer in den Kasten. Der Widerstand der Gastgeber war gebrochen. Mit der nun lautstarken Unterstützung der Fans sorgte Oldenburg innerhalb von acht Minuten für klare Verhältnisse – 3:0 nach 78 Minuten. Die Unkonzentriertheit der Schlussphase nutzte der TuS noch zum Ehrentreffer, bevor die Blau-Weißen endlich gemeinsam mit dem Anhang die Herbstmeisterschaft feiern konnte. Per Transparent bedankte sich der Anhang noch für das großartige Jahr 2006 (nur drei Pflichtspielniederlagen), bevor es auf die etwas mühselige Rückfahrt – „so groß kann Lingen doch gar nicht sein“ – ging.

Schon um 12 Uhr stand am folgenden Adventssonntag noch das Stadtderby in der A-Jugend-Regionalliga auf dem Programm. Im heimischen Sportpark Dornstede empfing der VfB als Spitzenreiter den Rivalen aus Bürgefelde. Vor bis zu 400 Zuschauern wurde die Gelegenhiet noch einmal für einen kleines Bengal-Intro, garniert mit blau-weißem Rauch genutzt. Das darauf folgende Spiel wurde den Erwartungen allerdings nicht gerecht. Erst nach 83 grottigen Minuten kam der VfB noch zum glücklichen 1:0-Siegtreffer. Das reichte allerdings, um mit Bengalen, einem kleinen Feuerwerk und einer gemeinsamen Humba nochmal die Tabellenführung zu feiern. Ein erfolgreiches Wochenende also, so kann es im nächsten Jahr weitergehen! Forza VfB!

Video: Die besten fünf Minuten aus Lingen noch mal zum genießen

Verfasst von: Man!ac | 09-11-9

Nach recht langer Auszeit…

…war gestern mal wieder ein Besuch am Millerntor angesagt. Immerhin kam mit dem VfL Osnabrück nicht nur der Tabellenführer zum FC St.Pauli, sondern auch ein persönlicher „alter Bekannter“. Während sich Lila-Weiß beim Pokalbesuch in Oldenburg wenig Blöße gab, ging es aber gestern etwas knapper zu. Am Ende stand ein leistungsgerechtes 2:2.


Spielerisch konnte sich in der ersten halben Stunde kein Team wirklich durchsetzen. Nach wenigen Chancen auf beiden Seiten kamen die Gäste letztlich durchaus überraschend zu ihrem Führungstreffer. Gerade als der geneigte Zuschauer aber glaubte, der VfL würde das Spiel unter Kontrolle bringen, kamen die Hausherren zum glücklichen Ausgleich – ein abgefälschter Ball landete von Braun im unhaltbar im Eck. Erst damit war St.Pauli wirklich aufgewacht. Mit dem Schwung vom Ausgleich wurde sogar noch vor der Pause der Führungstreffer nachgelegt – wieder war es Braun, diesmal aber weniger zufällig als sehenswert. Nach der Pause spielte die Bergmann-Elf dann tatsächlich richtig ordentlichen Fußball. Der Ball lief gut in den eigenen Reihen, auch wenn Chancen Mangelware blieben. Um so erstaunlicher, dass gerade in dieser Phase der Ausgleich für Osnabrück fiel. Die Gäste nutzten dabei gleich mehrere dumme Abwehrfehler – unnötiger geht’s kaum… Danach blieb die Partie bis zum Schlusspfiff ziemlich langweilig. Beide Mannschaften konnten offenbar mit dem Punkt leben.

Stimmungstechnisch war mit dem Gästeblock durchaus einiges zu vermelden. Gleich zum Einlaufen der Teams gab es neben mehreren ganz schicken Riesen-Schwenkfahnen noch eine nette, kleine Pyro-Show ohne peinliches Hoolgehabe. Auch danach war recht viel zu hören aus der Osna-Ecke, auch wenn nach anderen Aussagen recht zweifelhafte Sprechchöre dazwischen gewesen sein sollen. Vor Spielende gab es dann noch eine unmotivierte Portion Rauch, die irgendwie unnötig rüberkam. Insgesamt aber ein guter Support! Die Heimseite zeigte sich mal wieder etwas träge, auch wenn bei USP mal wieder viel Bewegung zu sehen war – hörbar war es leider selten. Dafür hat sich die Stimmung in der Nordkurve deutlich verbessert. Hier scheint sich einiges zu entwickeln, auch wenn vom Stil her die Mischung aus Nordkurvenkutte und Neu-Ultra etwas gewöhnungsbedürftig ist – immerhin ist überhaupt was los! Eine echte Choreographie war jedenfalls auf beiden Seiten nicht zu erkennen, dafür hatte USP noch einiges an bunten Luftballons zur Ausschmückung dabei.

Nach der Partie gab es noch einige Verwirrungen: Ein kleiner Mob von Osnabrückern wurde unter massivem Polizeischutz zu den Landungsbrücken geleitet, verfolgt von zahlreichen St.Paulianern. Der Auslöser bleibt aber unklar, gerüchteweise waren Nazi-Parolen oder ein Fahnenklau im Spiel. Außer kleineren Auseinandersetzungen passierte aber wohl nichts mehr.

Schade, dass auch für diese Saison keine große (sportliche) Besserung zu erwarten ist. Stimmungstechnisch wird sich aber der bevorstehende Umbau der Südkurve niederschlagen. Bevor der Umzug von USP unter die neue Tribüne angegangen werden kann, wird sich aber wohl wenig am Gesamtbild verbessern.

Verfasst von: Man!ac | 01-11-1

Spiele wie diese…

…können einen Saisonverlauf durchaus prägen. Zum Beispiel wenn der Tabellenerste mit fünf Punkten Vorsprung beim direkten Verfolger aufläuft. So geschehen beim VfB Oldenburg, der am Wochenende als „Jäger“ den TSV Havelse am Marschweg empfing – und ihn mit 3:0 zurück ins Hannoversche schickte. Eine klare Botschaft der zuletzt kriselnden Zinnbauer-Elf: Jetzt kommt der Angriff auf die Tabellenspitze!


Zum Spiel: Bis zum etwas überraschenden Führungstreffer hatten die Oldenburger durchaus Probleme mit den Gästen – beide Teams neutralisierten sich ziemlich gegenseitig. Danach allerdings bekam der VfB das Spiel besser in den Griff. Havelse blieb zwar gefährlich, hatte aber nur wenige echte Torchancen zu bieten. In Hälfte zwei musste der TSV dann mehr riskieren, was Oldenburg gekonnt ausnutzte. Zwei der zahlreichen Konter führten zum Erfolg – das Spiel war entschieden.

Zur Stimmung: Insgesamt waren trotz des zuvor schlechten Wetters 1.300 Zuschauer ins Marschwegstadion gekommen. Obwohl der Gegner ausnahmsweise mal einen recht ordentlichen Anhang mitbrachte, blieb die Stimmung vor allem in der ersten Hälfte aber ziemlich mau. Erst das Führungstor weckte den VfB-Anhang wieder etwas auf. Die zweite Hälfte wurde dann besser, was auch am positiven Geschehen auf dem Platz gelegen haben dürfte. Der Gästeanhang auf der Haupttribüne fiel nicht gerade durch Kreativität auf, viel mehr durch die zahlreichen Trommeln, die ziemlich unrythmisch rüber kamen. Ansonsten kam nur ab und an was Hörbares im Stile der frühen 90er Jahre.

Den negativen Vogel schossen allerdings die Gästespieler nach dem Abpfiff ab: Mehrere Havelser wurden gegenüber Oldenburgern handgreiflich, manche ließen sich erst durch die Ordner von ihren Kontrahenten trennen. Danach demolierten die frustrierten Gäste offenbar auch noch ihre Kabine, was sie demnächst nochmal schriftlich bekommen dürften. Den Kommentaren nach dem Spiel zufolge ist auf Seiten der Verantwortlichen von Reue nicht viel zu erkennen. Das Rückspiel kann also in vielerlei Hinsicht nochmal interessant werden…

Hier noch ein Video von der Humba nach dem Spiel.

Verfasst von: Man!ac | 25-09-25

Der Vollständigkeit halber…

…müssen an dieser Stelle noch ein paar Eindrücke vom wirklich großartigen 4:1-Auswärtssieg des VfB Oldenburg am letzten Sonntag stehen. Bei der ungeliebten Zweitvertretung unserer noch ungeliebteren Wilhelmshavener Nachbarn eroberte sich das Team nicht nur deren bisherige Tabellenführung, sondern brachte auch ihren Hühnerbaron mal wieder auf Hochtouren. Wandermäzen Sprehe hatte seinem mit Regionalliga-Kickern bestärkten Team deutlich klar gemacht, was er gegen seinen Ex-Verein verlangte. Da machten allerdings nicht alle mit…


Vor allem nicht der VfB, der trotz eines sehr offenen Spielverlaufs in der ersten Hälfte in Führung ging – bejubelt von den über 500 Mitgereisten Fans im neuen Gästekäfig (Legebatterie?) des Jadestadions. Noch vor der Pause sorgte dann SVW-Trainer und Ex-Oldenburger Peter Quallo für Unmut, da er dein Anweisungen seines Chefs nicht folgen wollte. Einen kurzen und heftigen Disput später verließ der Coach seinen Platz, um nicht vor Spielende zurückzukehren. Derweil sorgte der VfB auf dem Platz für klare Verhältnisse: Nach einer Notbremse an Salomo gab es nicht nur rot für die Hausherren, sondern auch das 2:0 – die Partie war gelaufen. Oldenburg setzte jetzt noch zwei schöne Tore drauf, bevor es noche einen Ehrentreffer zu bestaunen gab.

Die Stimmung war von Anfang an prima: Beim besten Spätsommerwetter sorgten die Mitgereisten einmal mehr für Heimspielatmosphäre im Jadestadion. Dazu wurde zum Spielbeginn auch nochmal das „Wilhelmshaven raus aus Liga 3“-Transparent gezeigt. Vom winzigen Häuflein Wilhelmshavener gegenüber hörte man wie gewohnt gar nix. Stattdessen durfte der zahlreich vertretenen Polizei und ihrer Kamera ein prima Support über das gesamte Spiel, eine mächtige Gänsehaut beim „Geist von Donnerschwee“ und eine wunderbare Humba mit der Mannschaft präsentiert werden.

Videos gibt’s von mir diesmal nicht, dafür aber drei tolle Aufnahmen von Stefan89:

Verfasst von: Man!ac | 19-09-19

Lohnenswert…


…ist ein Besuch in London eigentlich immer – und in diesem Fall war es auch das lange Warten darauf, endlich mal eine Auswärtsfahrt auf die Insel zu mitmachen zu können. Denn nachdem allein Tim Wieses Patzer in der vergangenen Saison den letztmöglichen Highbury-Besuch zunichte machte, musste es diesmal einfach sein: Eine Visite der Stamford Bridge des Chelsea FC!


Zu einem echten Erlebnis sollte dabei allein schon die Reise werden, die mangels Planungszeit mit dem Fanbus vollzogen wurde. Montagabends, um 22 Uhr brachen wir also vom Weserstadion auf, gut versorgt mit Bier, Würstchen und einigen echten Dummbratzen an Bord. Dazu gehörten neben einigen selbsternannten „Erlebnisorientierten“ vor allem die ostfriesische Torfnasen, deren Schnarchkünste und Jamba-Monatsabos wir während der Fahrt noch kennenlernen sollten. Ansonsten verlief die Fahrt bis tief ins Belgische ziemlich angenehm, solange zumindest der Alkoholpegel das Schlafen einigermaßen ermöglichte. Die anschließende Fährüberfahrt von Calais nach Dover ließ sich ebenfalls bei kostenlos ergatterten Schokoriegeln und aufgehender Sonne prima genießen, bevor es anschließend im Höchsttempo auf der Überholspur in die britische Hauptstadt weiterging.

Dort angekommen gegen 11 Uhr war bereits das gesamte Viertel ums Stadion in grün-weißer Hand. Und auch auf unserer kurzen Sightseeing-Tour durch die City waren allerhand Trikoträger zu sehen. Nach einigen Bierchen im interessanten Szeneviertel Camden Town und am Covent Garden ging es für uns dann zum Picadilly Circus, wo wir gerade noch in den gemeinsamen Fan-Marsch zum Stadion einsteigen konnten. Der dort eintreffende Mob wurde zu unserem Erstaunen nur von einem einzigen, freundlichen „Bobby“ begleitet – keine Spur vom erwarteten Sicherheitswahn oder nur annähernd deutschen Verhältissen. Lautstark und gut gelaunt passierte der Haufen nun den Weg zum Stadion, der inklusive Pinkelüberfall auf McD und U-Bahn-Wippen problemos vonstatten ging. Erst am Stadion, das durch eigene Anbauten mitten ins Wohn- und Geschäftsgebiet integriert ist, war nun auch einiges an berittener Polizei zu sehen, die sich aber komplett im Hintegrund hielt. Auch von Fantrennung konnte keine Rede sein – was aber beim ruhigen Londoner Event-Publikum ohnehin nicht nötig war.

Der Gästeblock – inzwischen in der früheren Chelsea-Kurve „Shed-End“ – hatte ebenfalls positive Überraschungen auf Lager: Überzogene Eingangskontrollen? Keine Spur! Fest zugeteilte Sitzplätze? Von wegen! Pflicht zum Hinsetzen? Nicht vorhanden! Statt dessen nur freundliche Ordner um den Block herum, keine Cops, kein Geschubse. Absolut vorbildlich – auch für deutsche Verhältnisse. Dem passte sich auch die Stimmung unter den über 3.000 mitgereisten Werder-Fans an. Schon lange vor dem Spiel wurde in der gesamten Kurve gesungen und supportet, Selbst in den Außenbereichen kam niemand auf die Idee, sich zwischendurch hinzusetzen.

So wurde das Spiel eine einzige Machtdemonstration auf Fanebene. Während von seiten der Heim-Fans fast nichts zu hören war, sangen die Mitgereisten 90 Minuten durch – und lange darüber hinaus. Nur gelegentlich ließen die etwa 35.000 Chelsa-Supporters im nicht ausverkauften Stadion erahnen, was die englischen Fankultur einst so berühmt gemacht hat: Etwa, wenn urplötzlich die gesamte gegenüberliegende Tribüne zum Support aufstand. Das war vielleicht dreimal. Die restlichen 85 Minuten waren Schweigen oder Pöbeln. Denn das kräftige „You only sing when you`re winning“ der Bremer schien durchaus den einen oder anderen zu reizen. Um so entsetzter reagierten die Einheimischen, als gegen Spielende „You’ll never walk alone“ angestimmt wurde, was in England traditionell nur von Liverpool gesungen wird. Letztere waren zufällig Chelseas nächster Gegner in der Premier League…

Dass es auf dem Platz eine etwas unglückliche 0:2-Niederlage wurde, inklusive einen Ballack-Elfmeter, hinderte letztlich niemanden daran, das Team weiter zu feiern. Während der halbstündigen Blocksperre wurde nicht nur durchgesungen, sondern vor den staunenden Ordnern auch noch die Humba mit der Mannschaft und eine LaOla mit dem Trainer vollzogen. Nach einer kurzen Erfrischung konnte man sich anschließend fix und fertig in den bereitstehenden Bus setzen. Immerhin sollten jetzt noch eine unglaubliche Odyssee folgen. Die Strapazen der Rückreise (siehe Andrés Blog) sollen hier nicht mehr weiter erläutert werden, nur soviel: Zwischen London und Hamburg können auch durchaus über 20 Fahrtstunden liegen…

Weitere Eindrücke aus London:


Statt einzelner Videos gibt’s diesmal einen Zusammenschnitt zum Download, viel Spaß damit!

Update: Neues Video mit Originalsound online!

Verfasst von: Man!ac | 15-09-15

Was bietet sich…

…für einen sonnigen Sonntagnachmittag im Spätsommer besseres, als einen schönen Amateurkick zu genießen. Wenn aber die eigene Mannschaft 170 Kilometer entfernt spielt, muss manchmal auch ein anderes Spiel reichen. Da hätte ein schönes Oberliga-Derby zweier Hamburger Traditionsteams kaum besser kommen können. Am Borgweg traf nämlich der VfL 93 auf den Nachbarn Stadtrivalen Altona 93. Der Tabellenletzte gegen den Spitzenreiter.

Dabei hätte sich sogar durchaus angeboten, pünktlich zu erscheinen. Noch während ich allerdings in der ungewohnten Schlange vor dem Kartenhäuschen weilte, gingen auf dem Platz die Gäste aus Altona schon in Führung, was vom stattlichen Anhang des AFC lautstark gefeiert wurde. Geruch und Polizeiaufkommen ließen beim Eintreffen auf dem „Ground“ darauf schließen, dass sogar ein bisschen gezündelt wurde – aber vielleicht war es auch nur der Würstchengrill. Offiziell 530 zahlende Zuschauer hatten sich zum Stadtduell eingefunden, der Großteil davon drückte dem Favoriten die Daumen. Und der kleine Fan-Mob wusste auch durchaus zu gefallen. Kreative oder länger Gesänge gab es zwar nicht, dafür aber immer mal wieder ziemlich lautstarken Support. Zur Bewachung stand derweil eine ganze Handvoll netter Beamter zur Seite. Schließlich hatten sich die Gäste auch bedrohlich nah zu den seitlich überüber die Ecke stehenden VfL-Fans postiert, hinter deren Zaunfahnen allerdings nur einige grün-weiß geschmückte Rentner und wenige Barmbeker Gäste zu sehen waren. Zu hören war erst recht nichts, mal von einigen „VfL!“-Rufen nach Chancen der eigenen Mannschaft abgesehen.

Diese hatten die Hausherren im kleinen Borgweg-Stadion durchaus noch. Zwar spielte der AFC nach dem frühen Tor die Führung zunächst locker in die Halbzeit. In der weitaus ereignisreicheren zweiten Hälfte machte der VfL allerdings dann notgedrungen mehr Druck, was den technisch überlegenen Gästen wiederum neue Freiräume gab. Als Grün-Weiß dann tatsächlich gerade so etwas wie Torgefahr entwickelte, schlug Altona nochmal zu: Mit einem sehenswerten Kopfball sorgte Tunjic (73.) für die Vorentscheidung. Wenig später konnte Avcioglu mit dem Anschlusstreffer nochmal für ein wenig Spannung sorgen, was letztlich aber nicht mehr half. Insgesamt tat sich der Tabellenführer ziemlich schwer mit dem Kellerkind. Der Sieg blieb aber gegen die harmlosen Winterhuder ziemlich ungefährdet.

Was bleibt ist ein schöner Sonnentag im netten, kleinen Borgweg-Stadion, dass seine besten Tage bereits hinter sich hat. Dafür versprüht aber gerade der marode Zustand der alten Einrichtung einen gewissen Charme. Allein Bratwurst und Bier konnten nicht bewertet werden, da die einzige Bude das gesamte Spiel lang völlig überlaufen war – der Preis von 2 Euro (Wurst) und 1,80 (Bier) lud ebenfalls nicht zum Warten ein…

Es folgen in Kürze Spielberichte zu:

  • Chelsea FC – Werder Bremen (Stamford Bridge)
  • SV Wilhelmshaven II – VfB Oldenburg (Jadestadion)
  • Hamburger SV – Werder Bremen (AOL-Arena)

Verfasst von: Man!ac | 11-09-11

Same procedure…

…as every year. Oder so ähnlich könnte man das diesjährige Schanzenfest zusammenfassen. Wie schon im letzten Jahr, dem davor und vermutlich vielen weiteren endete auch die diesjährige Auflage des Straßenfestes im Hamburger Schanzenviertel mit einem Polizeieinsatz vor der Roten Flora. Bereits am Mittag hatte rund herum ein großer Straßenflohmarkt, der längst nicht nur von der alternativen Szene angenommen wurde friedlich begonnen. Die Polizei duldete die unangemeldete Veranstaltung erneut zähneknirschend und hielt sich im Hintergrund. Mehrere Tausend Menschen säumten bis in den Abend die „Piazza“ und füllten mal wieder die umliegenden Cafés. Als im Anschluss an das unweit stattfindende St.Pauli-Pokalspiel weiteres Partyvolk ins Viertel strömte, dauerte es wieder mal nicht lange, bis die ersten Feuer auf der Straße entfacht wurden. Die Polizei spricht auch von Barrikaden, herumstehendes Gerümpel und Bauzäune waren jedenfalls am Rande zu sehen. Bei meinem Eintreffen waren die längst bereitstehenden Wasserwerfer jedenfalls schon mit dem gröbsten fertig und hatten den Platz eingenommen. In Polizeiberichten ist auch wieder von fliegenden Flaschen die Rede, wovon jedenfalls nichts mehr zu sehen war. Wie immer wurde der Platz danach im Beisein zahlreicher mit (Handy-)Kamera bewaffneter Krawalltouristen mit Absperrgittern abgeriegelt und umstehende vom Polizeiaufgebot unter leichtem Gerangel nach außen gedrängt, während sich die anwesenden Autonomen weitgehend in den Florapark zurückzogen. Spaß hatten jedenfalls die meisten Anwesenden, die sich nun endlich auch mal voll revolutionär fühlen konnten, auch wenn der politische Nutzen wohl mehr als fragwürdig sein dürfte. Freuen wir uns auf die nächste Auflage…

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